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Tipps und Tricks

Wird das Tier vermenschlicht?

Verhundlichung?


Vermenschlichen wir unsere Tiere?

Unsere Haustiere sind für uns Familienmitglieder geworden. Sie sind entweder Kind, Freund oder Partner. Weil sie so eng mit uns zusammenleben, glauben wir sie richtig verstehen zu können. Wir übertragen aber dabei unsere eigenen, menschlichen Gefühle auf das Tier. So kann es vorkommen, dass wir dem Tier unterstellen es täte z.B. etwas um uns persönlich zu schaden. Wie etwa das "Protestpinkeln" der Katze auf die Wäsche oder die Kleidung. Es kann aber auch vorkommen, dass wir sagen: "Das macht er nur um mich zu ärgern!"

Leider vergessen wir bei solchen Gedankengängen, dass es sich bei unseren Haustieren um eine eigene, vollkommen andere Spezies handelt, mit arteigenen Verhaltens- und Denkweisen. Kein Tier tut etwas um uns persönlich zu schaden.

So weiß z.B. die Katze keinen anderen Ausweg um ihren tierspezifischen Defizit mitzuteilen, seien dies Stress oder Angst, als durch Urinmarkieren. Alle tierischen Ausdrucksweisen werden in der arteigenen Sprache des Tieres ausgedrückt. Bitte informieren Sie sich erst über die artspezifischen Verhaltensweisen des jeweiligen Tieres, um nicht menschliche Ausdrucksweisen im Verhalten des Tieres zu erkennen.

Auch wenn wir es gut mit unseren Tieren meinen, dann denken wir doch immer wieder auf menschlicher Ebene. Sei es ein leckeres Mahl - am besten in passendem Ambiente mit Kerzen, Musik und Kräutergarnierung - oder eine entpsannende Wellness-Behandlung in einem Hotel für Hund und Mensch.

Aber möchte unser Hund oder unsere Katze solch eine Behandlung wirklich? Deren Geschmäcker sind weit entfernt von unserem. So vergräbt der Hund seinen Knochen und lässt ihn fein reifen, bis er schön duftet oder er findet den für uns ekelig riechenden Pansen lecker. Statt Wellness alleine ohne Herrchen/ Frauchen möchte er gemeinsam toben und auch mal schmutzig werden. Unsere Katze bevorzugt naturgemäßen Streu und keine (für uns) angenehm duftenden Klümpchen. Sie zieht eine tote Maus all unseren nett garnierten Häppchen in diversen Schälchen vor.

Auch unsere Umarmungen kommen aus dem "äffischen" Erbe. Für einen Hund oder eine Katze wären solche Attacken in freier Wildbahn eine tödliche Gefahr.

Ich möchte Ihnen Ihre Fürsorge und gut gemeinten Liebkosungen nicht vermiesen. Viele Haustiere haben gelernt, dass wir es mit unserem seltsamen Verhalten gut mit ihnen meinen. Doch wenn Sie es wirklich gut mit Ihrem Tier meinen und ihm eine riesige Freude machen möchten, dann gehen Sie doch mal auf seine arteigenen Wünsche ein.

Lassen Sie einmal den Hund einen Hund und die Katze eine Katze sein. Da wird auch mal am After des Artgenossen gerochen, ohne dass die Leine ihn gleich wieder fortzieht. Dann wird das Spiel mit der Katze katzengerecht gespielt und der Jagdinstinkt geweckt und auch befriedigt.

Sind Sie sich nicht sicher ob Ihr Vorgehen mit Ihrem Haustier ihm auch Freude macht, dann kann ich Ihnen gerne helfen. Kurze telefonische Anfragen kann ich sofort beantworten. Bei größerem Frageumfang ist aber ein persönliches Gespräch besser.

Gönnen Sie Ihrem Tier einmal ein artgerechtes Vergnügen. Sie werden sehen, das macht auch Ihnen Spaß, wenn Ihr Tier mal so richtiig Freude hat.

Ihre Roswitha Schötzau

Wurde ich verhundlicht?